Projektbeschreibung
In den vergangenen Jahren gab es enorme Entwicklungssprünge auf
dem Gebiet des webbasierten e-Learnings. Es wurden die unterschiedlichsten
Ansätze verfolgt und umgesetzt - mit dem Resultat, dass die meisten
Implementierungen Einzelanwendungen sind und sich nicht miteinander
verbinden lassen. Die Ursachen liegen in der softwareseitigen Verknüpfung
von Inhalt und Anwendung. In herkömmlichen Lernanwendungen sind
beide Teile untrennbar ineinander verstrickt. Folglich ist es in diesen
Fällen z.B. nicht möglich, eine Lektion aus einer Lernanwendung
ohne unverhältnismäßig großen Aufwand in eine
andere Lernanwendung zu übernehmen.
SCORM folgt dem aktuellen Trend, der durch XML mit der Trennung
von Inhalt und Form begründet wurde und hin zur Modularisierung
ganzer Programme geführt hat, indem es die Lern-Inhalte von
der Lern-Anwendung abspaltet und Spezifikationen vorgibt, wie beide
Teile miteinander kommunizieren. Dieser Abschnitt der SCORM-Spezifikation
ist mit Run-time Environment überschrieben. Der zweite große
Abschnitt umfasst die Strukturierung und Beschreibung der Lerninhalte.
So wie ein Lehrbuch beispielsweise in Lektionen und Übungen
unterteilt sein kann, lässt sich meistens auch der Inhalt eines
Lernprogramms über mehrere Aggregationsstufen bis hin zu den
sogenannten Assignable Units (AU) unterteilen. Auf XML übertragen
wären die Aggregationsstufen die Knoten und die AUs letztendlich
die Blätter am XML-Baum. In der SCORM-Spezifikation wird darum
auch XML verwendet, weil sich nicht nur das gesamte Aggregationsmodell
sondern auch sämtliche Metainformationen in XML sehr gut abbilden
lassen. Aggregationsmodell und Metainformationsschema werden zusammen
als Content Aggregation Model bezeichnet.
SCORM ist also in erster Linie ein Referenzmodell auf technische
Spezifikationen und Richtlinien. Die SCORM-Spezifikation kann aber
auch als Ansammlung von einzelnen Büchern betrachtet werden,
denn die verschiedenen Teile der Spezifikation stammen aus unterschiedlichen
anderen Projekten. Sie ist so gesehen ein Konglomerat von Einzelspezifikationen.
Im Rahmen der Diplomarbeit wurde die SCORM-Spezifikation vor dem
Hintergrund verschiedener Ansätze der Inhaltestrukturierung
(Hypertextstruktur, sequentielle Struktur) auf ihre Umsetzbarkeit
hin untersucht. Darüber hinaus beinhaltet die Arbeit einen
umfassenden Vergleich der SCORM-Spezifikation mit anderen Spezifikationen
(AICC, IMS Project u.a.).
Die Diplomarbeit wurde durch die Firma digital
spirit GmbH in Berlin unterstützt und betreut.
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